„Innovation mit Datenschutz, Wettbewerb mit Kooperation verbinden“

Welche Rolle spielen Datentreuhänder in der High-Tech-Agenda oder im Rahmen des verantwortungsbewussten Umgangs mit Daten im Zusammenhang mit dem Training von KI-Modellen? Das sind zwei der Fragen, auf die Ronja Kemmer, CDU-Bundestagsabgeordnete (seit 2014) sowie stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Bereiche Forschung, Technologie und Raumfahrt, Digitalisierung und Staatsmodernisierung, in ihrem Interview für den Verantwortungsblog des Zentrums verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI) eingeht. 

Für die CDU-Politikerin ergibt sich eine Schlüsselrolle für neutrale Datenvermittlungsdienste wie Datentreuhänder insbesondere dann, wenn Hightech nicht nur entwickelt, sondern auch verantwortungsvoll genutzt werden soll. Weil Daten nicht nur der Rohstoff für viele Innovationen sind, sondern auch sensibel für Individuen wie für Unternehmen, können Datentreuhänder Vertrauen schaffen, indem sie Daten sicher verwalten, Zugänge klar regeln und Transparenz herstellen, so Kemmer. So könnten Datentreuhänder die „Akzeptanz für datenbasierte Innovationen“ stärken. 

Sie dürfen jedoch kein Selbstzweck sein oder neue Insellösungen schaffen, sondern sollten Interoperabilität fördern und europäische Standards stärken. Dementsprechend kommt ihnen in der High-Tech-Agend eine „moderierende Rolle“ zu, erklärt Kemmer: „Sie verbinden Innovation und Datenschutz, Wettbewerb und Kooperation.“ 

Ein Bereich, in dem Datentreuhänder die Akzeptanz datenbasierter Innovationen stärken können, ist der verantwortungsbewusste Umgang mit Daten im Zusammenhang mit dem Training von KI-Modellen. Kemmer meint, Datenvermittlungsdienste könnten Nutzungsrechte klar dokumentieren, Einwilligungen sauber koordinieren, Anonymisierung oder Pseudonymisierung professionell organisieren und Transparenz darüber schaffen, wer welche Daten zu welchem Zweck nutzt. So könnten KI-Modelle „Made in Europe“ entstehen, die EU-Recht konsequent achten. Das schaffe Rechtssicherheit für Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie für Kreative und stärke das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger, um deren Daten es auch geht. 

Wichtig sei, dass diese Datenvermittlungsdienste keine Blackboxes sind. Neben klaren Governance-Strukturen, bedürfe es daher hoher technischer Standards und einer wirksamen Aufsicht, so Kemmer. Dann könnten diese Dienste als Brücke fungieren – „zwischen Datennutzung und Datenschutz, zwischen Innovationsdynamik und Rechtsstaatlichkeit“. 

Im Interview geht Ronja Kemmer unter anderem auch noch darauf ein, welche größeren Verschiebungen sich in der Digitalpolitik in den letzten Jahren ereignet haben, was die ausschlaggebenden Ereignisse dafür waren, inwiefern Datenpolitik Machtpolitik ist, welche Technologien noch zu wenig Beachtung finden und welche zentralen Hebel sie zur gezielten Förderung der Digitalen Souveränität sieht. Hier geht es zum Interview.


Relevante Links:

Digitalpolitik, Datentreuhänder & Verantwortung beim Umgang mit KI. Interview mit Ronja Kemmer | 09.04.2026: https://zevedi.de/digitalpolitik-datentreuhaender-und-verantwortung-beim-umgang-mit-ki-interview-mit-ronja-kemmer/

Hightech Agenda Deutschland: https://hightech-agenda-deutschland.de/